Zweite Prepare-Therapiegruppe für Geflüchtete erfolgreich durchgeführt

Nach einer intensiven Rekrutierungsphase war es am 14. April 2021 so weit: Im Konferenzraum der Geschäftsstelle von JJ startete die zweite Gruppentherapie für Geflüchtete mit belastenden Erfahrungen und problematischem Substanzkonsum.

Zweite Prepare-Therapiegruppe für Geflüchtete erfolgreich durchgeführt

Das gruppentherapeutische Angebot ist Bestandteil des sozial- und suchtwissenschaftlichen Projektes „Prepare“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung aus Hamburg koordiniert wird. JJ vertritt das Bundesprojekt in Frankfurt und bietet in der Jugendberatung und Suchthilfe (JBS) Sachsenhausen im Haus der Beratung eine dolmetschergestützte, kostenlose Gruppentherapie für die oben genannte Zielgruppe an.Grundlage der Maßnahme, die von den Therapeuten Rasched Amin-Arsalla und Jörg Winter durchgeführt wurde, ist ein methodischer Ansatz, der auf die Behandlung emotionaler Dysregulation und anderer Traumafolge-Symptome zielt. Das bewährte Verfahren wurde im Rahmen dieses Projektes für Personen mit Suchtproblematik erweitert. Der Fokus lag nun auf kultur- bzw. kontextbezogenen Interventionen mit dem Ziel der Verbesserung u.a. der psychischen Beeinträchtigung, der Emotions- und Stressregulation sowie der Lebensqualität. Der Ablauf der Gruppenarbeit profitierte dabei stark vom hohen Engagement der beiden Therapeuten. Besonders erfreulich war, dass das Angebot trotz der aktuellen Gesundheitssituation vollumfänglich durchgeführt werden konnte. Mit der letzten Sitzung − und afghanischem Essen im Anschluss − endete die Gruppe am 14. Juli 2021. Der erste Anlauf Ende 2020 musste hingegen – teils pandemiebedingt, teils aufgrund von Abbrüchen durch Teilnehmer – nach drei Sitzungen abgebrochen werden.

Die Gruppensitzungen wurden von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen, was sie nicht nur im Evaluationsbogen zu Protokoll gaben, sondern auch im persönlichen Abschlussgespräch unterstrichen. Die Beteiligung der überwiegend aus Afghanistan stammenden Menschen an den jeweiligen Sitzungen war sehr rege. Fast immer war am Ende die Zeit der Sitzung zu knapp. Was jedoch auch an der besonderen Sprachsituation lag: Für die Kommunikation in der Gruppe standen zwei Dolmetscher für die Sprachen Farsi und Arabisch zur Verfügung. Die Teilnehmenden reagierten sehr positiv auf die Anwesenheit Dolmetscher und konnten ihnen gegenüber schnell Vertrauen aufbauen. Auch die praktischen Übungen und erlernten Skills wurden von ihnen außerhalb der Gruppensitzung angewendet. Diese wurden als hilfreich und im Alltag gut anwendbar empfunden. Und zwar unabhängig davon, ob als Hauptsuchtmittel Opiate, Cannabis oder Alkohol konsumiert wurden. Insgesamt hat sich die zweite Gruppe als positive Erfahrung erwiesen. Besonders freilich für die Teilnehmenden, die von konkreten Verbesserungen in den Bereichen Emotionsregulation, Substanzgebrauch und Lebensqualität berichteten. Als erfolgreich bewerten wir auch, dass die Geflüchteten allesamt das ihnen zunächst fremde Suchthilfesystem kennengelernt haben und mitunter auch im Anschluss an die Gruppe Beratungsgespräche in Anspruch nehmen.

Beflügelt vom Schwung der letzten Gruppe startet am 12. Januar 2022 die nächste kostenlose Gruppen-Therapie. Interessierte sind herzlich willkommen, wenden Sie sich hierzu an folgende Mail-Adresse: hdb-frankfurt@jj-ev.de

Diesen Artikel als pdf anzeigen

[zurück]

Inhaltsübersicht